Der Freibund
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bündische vielfalt


bündisch

"Was seid Ihr denn für welche?"

 

Diese Frage bekommen Freibünder häufig gestellt, wenn wir wegen unserer Fahrtenkleidung – der Kluft – von neugierigen Leuten angesprochen werden.

 

"Wir sind Freibünder und stehen in der Tradition der Wandervögel und der bündischen Jugend. Das ist im Prinzip so etwas wie Pfadfinderei!"

 

...lautet meist "kurz und brav" die Antwort. Es sagt schon viel und doch gar nichts.

 

"Bündische Jugend?"

 

"Ja, das ist so ein Begriff aus den zwanziger Jahren und davor, als das alles anfing mit der Jugendbewegung. Die Jugend fühlte sich begeistert im Aufbruch und machte sich selbständig, um gesellschaftliche Dogmen zu durchbrechen. Es gab Wandervögel, Pfadfinderbünde, Jungenschaften und noch viele andere Bünde, die im Grunde den gleichen Grundgedanken verfolgten: Einen naturnahen Lebensstil mittels Fahrt und Lager, das Selbsterziehungsprinzip in der Jugendgruppe und natürlich die vielen Lieder, die mit Klampfe und Balalaika am Feuer gesungen wurden und werden. Das ist bei uns auch heute noch so!"

 

Aber bündisch sein bedeutet eigentlich noch viel mehr als ein bloßes Gemeinschaftserlebnis. Hinter dem Wesen des Bündischen steht das Bild des Menschen, der seine Existenz nicht losgelöst sehen kann von einer Gruppe, in der er lebt, mit Menschen gleichen Typs. Vertrauen und die wechselseitig daraus erwachsende Treue sind die Merkmale des Bündischen. Das Lebensgefühl, welches in jedem Bund ganz unterschiedlich ist, prägt natürlich jeden einzelnen. Bündische sind immer auch Suchende, und deshalb sind die Ansichten darüber, was bündisch ist, mit sehr empfindsamen Gefühlen verbunden, die sich aus dem Erlebten heraus ergeben.

 

Das folgende Lied hat ein Bündischer geschrieben, der dieses (Er)Leben gänzlich in sich aufgenommen hat.

 

Sie fahren aus in alle Lande, der Ferne danken sie ihr Glück,

nicht hält sie Spott - und Armut ist nicht Schande,

kein Denken weiß von einem Weg zurück.

 

Sie atmen unter fremden Sternen und lauschen seltsam-wildem Klang,

in Zelten frei und frei noch in Kasernen,

ein jedes Abenteuer wird zum Sang.

 

Mit vollen Segeln über Wogen, auf Bergen und im ew´gen Eis,

von Wald und Wüste magisch angezogen

durchwandern sie der Erde weiten Kreis.

 

Doch drückt dann hart des Ranzens Schwere, stellt heimlich sich ein Zwiefel ein:

daß uns daheim nur alles dumpfe Leere -

kann das nicht Spiegel eig´ner Blindheit sein?

 

So zwischen Ursprung und der Ferne schweift dann die Sehnsucht her und hin.

Sie wollen weiter, immer weiter gerne

und wenden doch zur Heimat schon den Sinn.

 

Der Ruhe wieder hingegeben, bedrängt sie Unrast mehr und mehr.

Bis sie erkennen: volles Erdenleben ist immer Ausfahrt für die Wiederkehr.

 

Worte und Weise: Axi